Uncategorized

Was tun, wenn der US-amerikanische Zoll Sie im Visier hat

China import duties

Jahre zuvor, in der Publikation “Importing Goods From China: The Risks Are Rising” (dt: Einfuhr von Waren aus China: Zunehmende Risiken) schrieb ich darüber, wie Unternehmen bevorstehende Forderungen der Antidumping oder Ausgleichszölle erkennen können. In diesem Beitrag befasse ich mich mit der Frage, was Sie als Importeur, Exporteur oder ausländischer Hersteller tun sollten, wenn Schwierigkeiten mit der Antidumping- oder Ausgleichszölle lauern.

Stellen Sie als erstes fest, ob die Forderung der Antidumping- oder Ausgleichszölle direkten Einfluss auf Ihre Haupttätigkeiten haben wird. Zweitens sollten Sie klären, wie Sie Ihre Interessen am besten verteidigen können, falls die Forderung unmittelbar an Sie gerichtet wird. Falls Sie direkt betroffen sind, sollten Sie Drittens herausfinden, wie Sie den Schaden am besten begrenzen können.

1. Neue Forderung der Antidumping- und Ausgleichszölle – Sind meine Produkte betroffen?
Solche Forderungen enthalten eine vorgeschlagene Definition des Geltungsbereichs, welche die betroffenen Produkte festlegt. Geltungsbereiche für Antidumping- und Ausgleichszölle können komplex und unklar definiert sein. Sie können weiter oder enger gefasst sein als die üblichen Tarifeinstufungen des Zolls, die zur Identifizierung entsprechender Importe verwendet werden. Selbst wenn Sie der Meinung sind, dass Ihre Produkte nicht in den Geltungsbereich der Anforderung fallen, kann der amerikanische Zoll dem widersprechen. Der U.S.-Zoll verlangt üblicherweise, dass Sie zuerst eine Kaution für Antidumping- und Ausgleichszölle entrichten, unter der Annahme, dass Ihre Produkte in den definierten Geltungsbereich der Anforderung fallen. Der Zoll wird Ihre Kaution nur dann zurückerstatten, wenn eine Entscheidung des Handelsministeriums (Department of Commerce, kurz DOC) bestätigt, dass Ihre Produkte tatsächlich außerhalb des Geltungsbereichs liegen. Im Zantidumping/countervailing dutymmenhang mit Aluminium-Strangpressprodukten aus China hat das DOC zum Beispiel etwa hundert Anträge zur Regelung des Geltungsbereichs erhalten, in denen geklärt werden sollte, ob bestimmte Produkte in den Geltungsbereich dieser Anordnung fallen oder nicht.

Sobald Sie die Abgrenzung des Geltungsbereichs geklärt haben, können Sie einschätzen, wie stark sich die Anforderungen der Antidumping- bzw. Ausgleichszölle auf Ihr Unternehmen auswirken könnten. In manchen Fällen können Sie und Ihr Kunde Alternativen finden, um die betroffenen Produkte durch andere Produkte zu ersetzen, bzw. diese aus Ländern zu importieren, die der Antidumping- und Ausgleichszölle nicht unterliegen. Wenn Sie die Möglichkeit haben, Produkte zu ersetzen, die unter Antidumping- und Ausgleichszölle fallen, können Sie gleich eine Untersuchung der Antidumping- und Ausgleichszölle vermeiden.

 

2. Ermittlungsverfahren der Antidumping- und Ausgleichszölle – Wie sieht Ihre Verteidigungsstrategie aus?

Befindet sich Ihr Produkt eindeutig im Anwendungsbereich der Antidumping-/ Ausgleichszölle und ist der USA-Markt einen Kampf wert, sollten Sie überlegen, wie Sie sich am besten auf die Untersuchung der Antidumping-/ Ausgleichszölle vorbereiten. Wenn Sie bis zur Einreichung einer Beschwerde ausreichend Zeit haben, können Sie theoretisch Ihre Umsätze so anpassen, dass die Ursachen für die gedumpten oder subventionierten Verkäufe dadurch ausgeglichen werden. In den meisten Fällen können Sie versuchen, Ihre Preise für bestimmte Produkte oder Kunden zu erhöhen oder Ihre Produktionsabläufe durch Kostensenkungen oder -umlagerungen zu optimieren.

Leider ergreifen die meisten Unternehmen keine proaktive Maßnahmen, um Aktionen der Antidumping- und Ausgleichszölle zu vermeiden. Stattdessen reagieren sie erst, nachdem eine entsprechende Beschwerde eingereicht wird. Dies gilt insbesondere für unsere Kunden, die aus China importieren, ganz im Gegensatz zu denen, die aus EU-Ländern importieren.

Sobald eine Untersuchung der Antidumping-/Ausgleichszölle eingeleitet wird, sollten ausländische Hersteller und Exporteure sowie USA-Importeure versuchen, ihre Interessen vor den zuständigen Behörden zu verteidigen: Die International Trade Commission (ITC) entscheidet, inwieweit ein lokaler Wirtschaftszweig durch die betreffenden Einfuhren geschädigt wird oder von einer Schädigung bedroht ist, während das Department of Commerce (DOC) festlegt, inwieweit die betreffenden Einfuhren gedumpt oder subventioniert sind.

Bei Untersuchungen der ITC werden die besten Verteidigungen präsentiert, wenn die ausländischen Hersteller, USA-Importeure und USA-Einkäufer sich zusammenschließen und erklären können, warum die betroffenen Einfuhren keine Ursache für einen Leistungsrückgang der heimischen Industrie darstellen. Da die ITC ein breites Spektrum an Daten über den USA-Markt für das betroffene Produkt analysiert, ist eine umfangreiche Erläuterung der relevanten Marktbedingungen für ein überzeugendes Argument unerlässlich.

Im Rahmen von Ermittlungen des Department of Commerce (DOC) beantworten in erster Linie die ausländischen Hersteller und Exporteure die Fragebögen des DOC. Diese Unternehmen müssen umfangreiche Informationen über die Unternehmensstruktur, die Umsätze und die Produktionskosten liefern, häufig anhand zahlreicher Fragebogenrunden. Das DOC verwendet die eingereichten Angaben zur Berechnung der Gewinnspannen hinsichtlich der Antidumping- und Ausgleichszölle. Unabhängige USA-Importeure müssen bei Untersuchungen und Überprüfungen durch das DOC in der Regel keine Daten vorlegen. Sie verfolgen jedoch häufig die Verfahren des DOC sorgfältig, da sie letztendlich für die Zahlung der Antidumping- und Ausgleichszölle verantwortlich sind. Siehe Sourcing Product From China: You Should Know About Importer of Record Liability (dt: Produktbeschaffung aus China: Hinweise zur Verpflichtungen von Importeure.

Der entscheidende Punkt bei der Verteidigung gegen die Antidumping- und Ausgleichszölle ist die uneingeschränkte Mitwirkung an den Untersuchungen des DOC und der ITC. Andernfalls sind Ihre Gewinnchancen gleich Null. Wenn eine Partei nicht fristgerecht oder unvollständig antwortet, können das DOC und die ITC vorhandene nachteilige Fakten anwenden, die unvermeidlich zu höheren Margen im Zusammenhang mit Antidumping- und Ausgleichszölle führen. Importeure aus den USA sollten die Verfahren des DOC zumindest aktiv überwachen, da ihre endgültige Haftung wegen Antidumping- und Ausgleichszölle oft von der Fähigkeit der chinesischen Hersteller und Exporteure abhängt, die Fragebögen des DOC zu beantworten. Nicht selten verteidigt sich der chinesische Hersteller oder Exporteur nur unzureichend oder überhaupt nicht, so dass der USA-Importeur im Wesentlichen “den Sack hält”. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten und Maßnahmen, die Sie ergreifen können und sollten, um solche Fälle zu verhindern.

 

3. Wie man langfristige Pläne im Zusammenhang Antidumping- und Ausgleichszölle erarbeitet.

Die meisten Forderungen der Antidumping- und Ausgleichszölle führen zu Anordnungen, die die entsprechenden Pflichten auferlegen. Doch kann es, abhängig von der Festlegung des Geltungsbereichs der Anordnung, für Sie möglich sein, Ihren Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten. Dazu müssen Sie entweder Alternativprodukte außerhalb des Geltungsbereichs der Anordnung identifizieren oder Ihre Produktbeschaffung in ein nicht betroffenes Land verlagern. Allerdings sollten US-Importeure bei der Verlagerung der Beschaffung darauf achten, dass sie keine Maßnahmen ergreifen, die als solche betrachtet werden könnten, welche in erster Linie darauf abzielen, die Antidumping- und Ausgleichszölle zu entgehen. Denn das DOC kann Untersuchungen wegen Umgehung des Zolls durchführen. Auch die Zollbehörde kann ihre eigene Untersuchung wegen des Vorwurfs der Zollhinterziehung durchführen.

Da die USA ein rückwirkendes Verfahren für Antidumping- und Ausgleichszölle anwenden, können ausländische Lieferanten und Importeure aus den USA jedes Jahr versuchen, ihre Dumpingspanne zu senken. Weil es sich bei den Antidumping- und Ausgleichszöllen um “Abhilfemaßnahmen” für ausländische Hersteller handelt und USA-Importeure reichlich Gelegenheit haben, ihre Produktions- und Verkaufstätigkeiten so anzupassen, dass sie auf dem USA-Markt “fair” verkaufen können, wie es in den USA-Handelsgesetzen definiert ist, und zwar mit ordnungsgemäßer Planung und disziplinierter Durchführung, können Unternehmen manchmal sogar geringfügige Anpassungen vornehmen, um ihre Haftung für Antidumping- und Ausgleichszölle zu verringern oder zu beseitigen.

Schlussfolgerung: Sie sind nicht schutzlos, wenn der Antidumping- und Ausgleichszölle im Gestalt eines “Butzemannes” auf Sie zukommt. Es gibt Möglichkeiten, ihn daran zu hindern, Ihr Unternehmen anzugreifen, und gleichzeitig können Sie Maßnahmen ergreifen, um Ihr Unternehmen nach einem Angriff wiederherzustellen.

 

Anmerkung der Redaktion: Dieser Beitrag konzentriert sich auf Produkte, die von China in die ANTIDUMPING/COUNTERVAILING DUTY exportiert werden. Die Ratschläge gelten jedoch gleichermaßen für Produkte, die aus einem anderen Land in die USA exportiert werden, sowie für Produkte, die aus einem beliebigen anderen Land in ein anderes Land ausgeführt werden, das ebenfalls von Antidumping- und Ausgleichszölle betroffen ist.